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Die Disziplinen


Vorraussetzungen für die jeweiligen Disziplinen

WESTERN PLEASURE


Bilder oben: amerikanische Western Pleasure Araber
Typisch für den amerikanischen Stil ist die starke Beizäumung der Pferde bei extrem durchhängenden Zügeln (vor allem in den Bit-Klassen), die Pferde befinden sich zum Teil sogar hinter der Senkrechten.



Nomen est omen: Es soll für den Reiter ein Vergnügen sein, das Pferd in den drei Grundgangarten am angemessen losen Zügel möglichst bequem und fließend zu reiten.

In der Pleasure werden die Pferde auf Ansage der Richter in Schritt, Trab und Galopp am möglichst losen Zügel und ohne starke Hilfengebung des Reiters vorgestellt. Alle Gangarten werden in beiden Richtungen gefordert, Verstärkung von Trab und Galopp kann verlangt werden. Die Pferde sollen in ihrer jeweiligen natürlichen Ausrichtung und damit in ihrem individuellen Tempo vorgestellt werden. Da die Pferde individuell unterschiedliche Geschwindigkeiten, besonders in Trab und Galopp, besitzen, darf in der Pleasure überholt werden.Die Pferde müssen ihr jeweiliges Tempo in den verschiedenen Gangarten konsequent beibehalten.

Ein gutes Pleasure-Pferd hat einen angenehmen Gang, weich und bequem für den Reiter. Es trägt den Kopf in natürlicher Selbsthaltung, entspannt, aber dennoch aufmerksam und bereit, den leichtesten Hilfen des Reiters Folge zu leisten.Die natürliche Aufrichtung bedingt wesentlich flachere Beinbewegungen, als beim "klassischen" Reiten bekannt.

Das Genick der Pferde darf in keiner Gangart unter dem Widerrist sein. Die Federkraft der Fesseln soll unter dem Reiter einen angenehmen und weichen Ritt garantieren.

Bewertet werden in diesem Bewerb die Gangarten und das Exterieur des Pferdes, sowie die Bereitschaft, die unsichtbaren Hilfen des Reiters sofort zu befolgen. Diese letztgenannten unsichtbaren Hilfen, lassen die Prüfung für den Zuschauer sehr mühelos erscheinen, obwohl von den Reitern bei dieser "Materialprüfung" höchste Konzentration gefordert wird.
Für ein zu hohes Tempo und falschen Galopp werden Strafpunkte vergeben. Die Pferde müssen leicht rückwärts zu richten sein und müssen ruhig stehen bleiben können. Die Wendung zum Handwechsel ist von der Bande weg auszuführen.



Voraussetzungen für ein gutes Pleasure Pferd sind weiche und runde Bewegungen und die Fähigkeit auch bei langsamen Tempo taktrein zu laufen. Das Pferd sollte nicht allzuviel Forwärtsdrang haben und von Natur aus dazu neigen sein Gewicht vermehrt auf der Hinterhand zu tragen.

Nag Hero Image
(Padrons Image x Mahaly De Farwa)

European Champion Western Pleasure
Brazilian & Austrian National Champion Western Pleasure


foto: foto4u

Mandschurei
Mandschurei
(Mirok Monpelou x Balenina v. Balaton)
Besitzer: Steindler Christine, AUT

foto: Doris Niedermeier

REINING

Jaborrs Impackt Manavka MHR Muscateal
Jaborrs Impack
(Jaborr x )
Manavka
(Karon x Tarteel)

European Champion Reining
Multiple National Champion Reining
MHR Muscateal
(Muscat x Princess Bask)

US National & Regional Champion Reining
Vollblutaraber können durchaus auch sehr gute Reining Pferde sein und sehr gute Sliding Stops ausführen !
Reining ist die Westerndressur, eine Disziplin, die sich heute weltweit größter Beliebtheit erfreut und neben der AQHA (American Quarter Horse Association) von einem eigenen Dachverband, der NRHA (National Reining Horse Association), betreut wird. Die Preisgelder in dieser Disziplin können in den USA exorbitante Höhen, 150.000 USD und mehr, erreichen.

Die Reining soll schon in nächster Zeit in die Reihe der Olympischen Reitdisziplinen aufgenommen werden.

In den Regeln wird die Reining wie folgt definiert:

Ein Pferd zu reiten, heißt nicht nur es zu führen, sondern jede seiner Bewegungen zu kontrollieren. Das gut gerittene Pferd sollte willig gehen, mit wenig oder keinem eigenen Widerstand, es sollte völlig dem Reiter gehorchen. Jede Bewegung außerhalb der Kontrolle des Reiters wird als Fehler bewertet. Die Vorführung soll weich, schön, schnell und sauber geritten werden, ohne dass man viel von den Hilfen des Reiters sieht. Die Patterns, das sind die vorgeschriebenen Aufgaben, müssen auswendig im Galopp geritten werden und enthalten folgende Manöver:
KHS Abha Jabask

Zirkel - Sie sollen rund und an den vorgeschriebenen Stellen geritten werden, die Unterschiede in den Zirkelgrößen und im Tempo müssen deutlich herausgeritten werden.

Fliegender Wechsel - Er soll korrekt am Punkt durchgesprungen werden.

Spin - Das ist eine schnelle Drehung der Vorhand um den inneren Hinterfuß in trabartigen Bewegungen, flach und geschmeidig, nicht gesprungen.

Sliding Stop - Er wird aus dem Run, dem schnellen Geradeauslauf, durch tiefes Einsitzen und verwahrende Hilfen aufgebaut. Das Pferd kommt dabei tief auf die Hinterhand und gleitet mit den Hinterbeinen weiter, die Vorderbeine laufen mit bis es zum endgültigen Stillstand kommt.

Roll Back - Aus dem Stop heraus wendet das Pferd auf der Hinterhand um 180 Grad und galoppiert in der Gegenrichtung weiter.

Pivot - Gesprungene Wendung um die Hinterhand um 90 bis 180 Grad.

Rückwärtsrichten - Dies geschieht schneller und länger als in der klassischen Reiterei, manche Pferde laufen dabei fast rückwärts.

Wie in allen Disziplinen können drei- bis fünfjährige Pferde in Snaffle Bit (Trense)
oder Hackamore (kein mechanisches, nur Bosal) beidhändig vorgestellt werden, sechsjährige und ältere Pferde werden im Bit (Kandare) einhändig geritten

Voraussetzungen für einen Reining-Araber:
In der Reining werden körperlich und geistig die höchsten Ansprüche an ein Pferd gestellt. Es muß einerseits über einen geeigneten und möglichst atheltischen Körperbau verfügen - ideal wären ein möglichst kräftiger Körper mit genügen Substanz und Bemuskelung, eine breite Brust und eine starke Hinterhand mit guter Winkelung. Andererseits muß es auch genügend mentale Stärke mitbringen um die flotten Reining-Manöver mit Coolness ausführen zu können ohne dabei "heiß" zu werden.

TRAIL

Merlin
(Anilin x Mena v. Menes)

2 x Österr. Meister Trail Araber
Im Besitz von Monika Krahbichler, AUT

foto: Trummer

Sarnuzka
(Mezallians x Smirma)

European Champion Trail
European Champion Allround
Austrian National Champion Trail
Besitzerin: Sabine Kollecker

foto: foto4u



In dieser Geschicklichkeits-Prüfung müssen die Pferde mindestens sechs Hindernisse bewältigen. Beim Trail sind Nervenstärke, Vertrauen vom Reiter ins Pferd und vom Pferd in den Reiter gefordert.
Das gute Trail-Pferd soll sich unerschrocken und überlegt jedem Hindernis nähern, es prüfen und dann bewältigen.

Beispiele für die Aufgaben:

Der Reiter muss ein Tor öffnen und so durchreiten, dass eine Herde imaginärer Rinder auch nicht die geringste Gelegenheit hätte, ebenfalls das offene Tor zu passieren.

Eine Brücke soll von dem Pferd vorsichtig, aber bereitwillig überquert werden.

Am Boden liegende Stangen, die man sich als Unterholz im Wald vorstellen kann, müssen ohne Berührung in den verschiedenen Gangarten überschritten werden.

Rückwärtsrichten des Pferdes durch ein enges Stangen-L oder Stangen-U.


Im Trail soll das Pferd in gutem Stil, aufmerksam und vorsichtig und möglichst selbständig Hindernisse überwinden, wie sie auch im Gelände vorkommen können: Tor, Brücke, Bodenstangen, Rückwärtsrichten und Seitwärtsrichten durch verschiedene Hindernisse, Transportieren eines Gegenstandes, Ground Tying (das Abstellen eines Pferdes, ohne es festzuhalten oder anzubinden) usw.

Bewertet wird die Manier des Pferdes am Hindernis, Aufmerksamkeit und geringe Hilfengebung. zwischen den mindestens sechs Hindernissen müssen Schritt, Trab und Galopp gezeigt werden.

Pluspunkte werden vergeben, wenn ein Pferd Hindernisse mit Stil und in angemessenem Tempo absolviert. Ferner werden Pluspunkte gegeben, wenn ein Pferd die Fähigkeit besitzt, seinen eigenen Weg durch den Parcours zu finden und wenn es dem Willen des Reiters bei schwierigen Hindernissen gehorcht.

Jede unnötige Verzögerung beim Annähern an ein Hindernis wird mit Punktabzug bestraft. Während der Prüfung darf der Reiter Pferd und Sattel nicht berühren.



Trail in Bildern

Beispiel für ein Trail-Pattern (von der VA-EM 2002)

WESTRERN HORSEMANSHIP

Die Horsemanship ist eine Reiterprüfung, bei der Sitz, Hilfengebung und Fähigkeit des Reiters, sein Pferd kontrolliert vorzustellen, bewertet werden.

Jeder Reiter muss einzeln eine Aufgabe vorreiten, die von den Richtern vorher bekanntgegeben wird, dann werden alle Reiter zusammen noch einmal in den Grundgangarten verglichen, ähnlich der Pleasure-Prüfung.

Zur Bewertung kommen unter anderem die Hilfengebung und die Haltung des Reiters während der einzelnen Lektionen. Die verlangte Einzel- Aufgabe muss sehr exakt ausgeführt werden, was auch eine enorme Kontrolle des Pferdes voraussetzt. Es sind keine spektakulären, dafür aber penibel nachzureitende Mannöver, die verlangt werden. In der Kürze liegt die Würze. Die Einzelaufgabe geht zu 80 Prozent in die Wertung ein. Der zweite Teil einer Horsemanship fließt zu 20 Prozent in die Wertung ein. Optisch ist dieser zweite Teil eine Pleasure. Im Gegensatz zu einer Pleasure wird hier allerdings weiterhin vor allem das reiterliche Können des Menschen beurteilt.Der Reiter muss Trab und Galopp aussitzen und eine vertikale Position im Sattel beibehalten.

Psyches Ambassador
(Padrons Psyche x Asya MG)

Im Besitz von Birgit Schiffl - Alcazar Arabians

WESTERN RIDING

Western Riding ist die Prüfung für ein gut gerittenes Ranchpferd, das seine Wendigkeit im Galopp in Schlangenlinien mit zahlreichen fliegenden Galoppwechseln zeigt. Es soll sich dabei frei und leicht bewegen, in ruhiger Manier durch das Pattern gehen, durchlässig sein für die Hilfen des Reiters und angemessen am Zügel stehen.

Es wird gerichtet nach der Qualität seiner Gänge und Galoppwechsel, nach seiner Durchlässigkeit, Disposition und Intelligenz.

Bei der Western Riding sind vor allem zahlreiche fliegende Galoppwechsel auf den Punkt genau zu absolvieren. Sie gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen.

Eine Western Riding bedeutet die Vorstellung eines sensiblen, sich losgelassen und mühelos bewegenden Pferdes. Pluspunkte werden vergeben für weiche, taktreine Gänge bei gleichbleibendem Tempo während der gesamten Aufgabe.

KHS Abha Jabask (GG Jabask x SWH Bay Amber)




















SUPER HORSE

Diese Disziplin ist eine Zusammenfassung von Trail, Western Riding, Western Pleasure und Reining und somit die Prüfung für das Western-Vielseitigkeitspferd. Ein Handwechsel am Tor ist nicht erlaubt. Maßgebend für die Durchführung sind die Bestimmungen der einzelnen Teildisziplinen. Die Basis für die Punktvergabe sind 70 Punkte, wovon Minuspunkte abgezogen und Pluspunkte addiert werden. Startberechtigt sind 4-jährige und ältere Pferde, die einhändig im Bit geritten werden müssen.

WORKING COWHORSE & CUTTING

Der Begriff "Cutting" kommt von - to cut - schneiden/abschneiden.

Beim Cutting geht der Reiter (Cutter) mit seinem Pferd in eine an der Stirnseite der Arena stehende Rinderherde und treibt einen Teil dieser Herde zur Arenamitte. Nachdem zwei Helfer die Rinder gewendet haben, trennt der Cutter ein Tier heraus und lässt die anderen Rinder zur Herde zurück. Sobald das Rind getrennt ist, beginnt die eigentliche Arbeit des Cuttingpferdes. Es synchronisiert die Bewegungen des Rindes, ahnt diese voraus und schneidet dem Rind mit blitzartigen Wendungen immer wieder den Rückweg zur Herde ab. Der Cutter hat 2 1/2 Minuten Zeit, den Richtern die Fähigkeiten seines Pferdes zu präsentieren. In dieser Zeit ist es optimal, zwei bis drei Rinder zu arbeiten.

Cutting ist Teamarbeit, deshalb benötigt der Cutter vier Helfer. Zwei sogenannte Herdholder oder Cornermen, welche die Rinderherde an der Stirnseite der Arena halten und zwei Turnbacks, die verhindern sollen, dass ein gearbeitetes Rind in die unbenützte Arenahälfte laufen kann.

Bewertet wird, ob das Cuttingpferd das Rind möglichst in der Arenamitte hält und jederzeit die totale Kontrolle über das Tier hat. Das Cuttingpferd arbeitet selbständig, weitgehend ohne Reiterhilfen. Hilfen des Reiters sind nur mit den Schenkeln erlaubt.

Cuttingpferde sind hochspezialisierte Athleten, die aus bestimmten Zuchtlinien stammen und über einen besonderen Instikt (Cowsense) verfügen.

In den USA ist Cutting die Nummer Eins im Westernreitsport und liegt in der Höhe der Preisgelder bei den Profisportarten - nach Golf und Tennis - an dritter Stelle.


Working Cow Horse

Eine sehr anspruchsvolle und rasante Prüfung, bestehend aus zwei Teilen, einer Reining, der Dry Work, und der eigentlichen Rinderarbeit, der Cow Work.

Bei der Cow Work muss das Pferd ein Kalb kontrollieren, indem es das Rind an der kurzen Seite in Form von Cutting-Manövern festhält, es anschließend im vollen Galopp die Bande entlang treibt, zweimal gegen die Wand stoppt und wendet und es schließlich in der Mitte der Bahn, ebenfalls im Galopp, in Form einer Acht treibt. Für die Rinderarbeit stehen maximal zwei Minuten zur Verfügung.

Bewertet wird Willigkeit und Gehorsam des Pferdes, sein Cowsense und seine Fähigkeit, das Rind unter Kontrolle zu halten, ohne aggressiv zu werden.
Diese Rinderdisziplin wird in zwei Teilen geritten. In dem ersten Teil zeigen Pferd und Reiter ihr Können in einer kleinen Reining, also "Trockenarbeit", im Fachjargon "Dry Work". Im zweiten Teil ist Fence Work verlangt. Ein Rind muss dabei kontrolliert an der langen Seite der  Bahn mindestens einmal in jede Richtung gegen die Bande gewendet werden.Zum Schluss treibt der Reiter das Rind in die Bahnmitte, um es dort auf einer Acht zu zirkeln. Wie beim Cutting muss dies alles innerhalb von zweieinhalb Minuten geschehen.